Samstag, der 27. September 2003
Heute machten wir die obligatorischen Ausflüge dieser Gegend. Zunächst ging es zum Versteinerten Wald. Wir sahen unter Erklärung eines Nama-Guides die Reste eines urzeitlichen Waldes. Damals war alles "unter Wasser". Die Stämme wurden aber an dieser Stelle angeschwemmt, sie wuchsen hier nicht. Dann wurden sie von Sand bedeckt und kieselsäuriges Wasser drang ein. Im Laufe von mittlerweile 300 Mio. Jahren versteinerten sie dann Schicht für Schicht. Es war eine ganz interessante Wanderung, wenn auch der große Reiz zumindest bei mir sich nicht einstellte.

Weiter ging es nach Twyfelfontein. Der Name kommt von einer Quelle, die aber in den Felsen nicht immer Wasser gibt: die "Zweifelhafte Quelle". Wir werden durch einen Guide durch die Gravuren und z.T. auch Malereien geführt. Die Erstellung ist nicht genau zu datieren, muss aber wohl ca. 4000 Jahre zurück sein. So kletterten wir ca. 1 h durch die Felsen und versuchten möglichst viel der englischsprachigen Führerin zu verstehen, was aber ganz gut gelang, da ihr Englisch recht einfach war.

Etwas weiter besuchten wir noch den Verbrannten Wald, der uns aber lediglich an eine kleine Kohlehalde erinnerte (eigentlich aber schon schlackeartiges Gestein aus dem Erdmittelalter). Interessanter waren da schon die Orgelpfeifen. Dabei handelt es sich um bis zu 5 m hohe und über 100 Mio. Jahre alte Basaltsäule.

Hier trafen wir auch ein nettes Paar wieder, welches wir schon in Omaruru im Hotel getroffen hatten und später in der Etosha-Pfanne noch einmal wieder sahen.

Insgesamt fuhren wir an diesem Tag 350 km Piste, ca. 70 km davon sogar verfahren. Es war damit doch ein recht anstrengender Tag. Die Tatsache, dass wir zweimal einen Guide "mieten" mussten, finde ich zwar auch nicht immersehr glücklich, aber bei diesen so wichtigen und einzigartigen "Denkmälern" muss eine Aufsicht einfach sein. Um so ärgerlicher war die Begegnung mit 4 Deutschen, die sich einfach weigerten und nicht bezahlt haben und trotzdem z.B. durch den Versteinerten Wald gingen. Diese Arroganz macht einen einfach nur sauer auf einige unserer Landsleute.

Abends gab es wieder ein vorzügliches Essen in der Vingerklipp Lodge. Hier trafen wir dann wieder das "Diplomatenpärchen", so genannt weil er wohl im deutschen Außenministerium beschäftigt war. Sie hatten wir schon in der Namib Naukluft getroffen und später noch einmal in Etosha. Da die Bochumer abgereist waren, konnten wir in dieser Nacht auch vorzüglich schlafen.
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