|
Montag, der 22. September 2003
Um 5 Uhr war wecken. Alle wollten natürlich beim Sonnenuntergang am Sossusvlei
sein. Es gab ein kurzes Frühstück mit Kaffee, Müsli und Backwaren und
dann ging es im hoteleigenen 9-Sitzer los. Ich hatte mich, auch wegen der eigenen Unkenntnis,
mehr oder weniger vom Hotelmanager zum Verzicht auf den Mietwagen überreden lassen.
Überall las man von steckengebiebenen Autos und Abschleppmanövern, dass ich
schon recht unsicher war. Auch war ich noch nie Allrad gefahren, unser Auto konnte
das zwar, aber, aber ...
Also ging es in einer Gruppe los. Gegen 6.15 waren
wir am Tor, wo schon einige andere Fahrzeuge standen. Ich dachte, na gut, wir haben
als täglich kommender Hotelbus bestimmt einen Vorteil. Nichts war! Unser Fahrer
ließ erst einmal alle vor, dann ging er gemächlich zum Ticketverkauf (Bloß
keine Eile) und dann fuhren wir gemächlich die Strecke zum Sossusvlei. Alle (ich
wiederhole: alle) haben uns überholt. Ich war stocksauer. Wir kanem zur berühmten
Düne 45, die man am besten direkt bei Sonnenaufgang erlebt und die am schönsten
ist, wenn sie noch so gut wie nicht betreten ist. Für ist war das Geschichte.
Es standen schon viele Autos davor, Leute oben auf, Fußspuren ohne Ende. Darum
fuhren wir erst ganrnicht hin - ich kriegte die Krise.
Gut, etwas aufgeholt haben wir, als die anderen,
aber nur zum Teil, in die Shuttles mussten. Da fuhren wir durch. Aber irgendwie waren
überall schon Leute. Auch im Sossusvlei und auf den Dünen darum herum. Wir
bestiegen eine der Dünen. Es war ein komisches Gefühl. Zwar konnte man eigentlich
nicht herunterfallen, dafür war es wenig steil, aber irgendwie bekam uns die Höhe
doch nicht so gut. Aber der Ausblick war enorm und unbeschreiblich. Man befand sich,
mit Ausnahme der anderen Touristen, allein in der weiten Wüste. Überall die
rötlichen Farben der Dünen und weiße Flächen, der Vleis. Aber
ich wollte mehr: ich wollte in das Dead Vlei. Ich verließ unsere Truppe und ging
zurück. Direkt die Düne steil herunter und ging zum Wagen zurück wo
ich unserem Fahrer mein Anliegen erklärte. So richtig hat er es wohl nicht verstanden,
aber dazu später. Er fuhr mich aber die schwierige, tiefe Strecke sogar mit dem
Wagen zurück mit dem Hinweis, dass ich um 10 Uhr zurück sein solle, da dann
ein gemeinsames Frühstück anstehe. Ich lief los. Heiß
war es schon, aber ich wollte ja zum Dead Vlei (übrigens wie viele andere auch).
Der Sand war tief und irgendwie war es doch recht weit. Ich hatte insgesamt vielleicht
45 Minuten. Nach ca. 20 min. war ich endlich am Ziel. Aber so richtig war keine Zeit,
schnell ein paar Fotos, und dann zurück. Ein wenig verspätet kam ich zum
Frühstück. Verschwitzt, aber zufrieden: hatte ich doch ein wenig Ausgleich
für diese enttäuschende Fahrt früh morgens erlebt. Nach dem Essen teilte
uns der Fahrer mit, dass es nun wieder zurück ginge, wir aber beim Dead Vlei noch
einen Besuch machen würden. Ich hätte ihn am liebsten ..., aber das tut an
nicht. Wir fuhren etwas zurück, hielten an und dann marschierten alle gemeinsam
in aller Ruhe zum Dead Vlei. Prima!
Aber, da ich schon einiges gesehen hatte, kam ich
schneller voran und konnte später ziemlich allein das Vlei genießen und
mir ein wenig die Zeit vorstellen, wie es damals war, als man in solchen Gegenden ziemlich
verlassen war. Ich konnte ganz tolle Fotos machen, die m.E. schon zum Höhepunkt
der Reise gehören.
Der Rückweg führte über den Sesriem Canyon. Wir
beide stiegen bis zur Sohle hinab und fanden diese enge Schlucht schon beeindruckend,
aber ganz so toll war es dann auch nicht wieder. Außer uns hatte keiner Lust
abzusteigen, so dass auch wir uns bald wieder nach oben begaben.
Wir hatten schon im Bus ein Ehepaar aus Duisburg kennen gelernt,
Jutta und Holger Schmidt. Nach der Rückkehr tranken wir noch auf der Terrasse
ewas und verabredeten uns zum gemeinsamen Abendessen. Der Abend war auch sehr interessant,
da beide viel zu erzählen hatten (zumeist über ihre Schiffsreisen).
© NamibiaSeiten.de
|