Samstag, der 20. September 2003
Das Frühstück wurde in einem Raum serviert, der uns doch ziemlich an die Zeiten der eigenen Großeltern zurückerinnerte. Hier war die Zeit doch auch augenscheinlich etwas stehen geblieben. Für mich war die Krönung das gehäkelte Deckchen mit Pömpeln auf dem Milchkännchen. Das muss man gesehen haben.
Aber ansonsten war alles sehr o.k. und natürlich sauber, wie übrigens im ganzen Land. Nebenan aß eine Reisegruppe, die teilweise auch zeltete und einen Guide hatten, der so ziemlich die Rede schwang, aber auch viel interessantes Preis gab. Herr und Frau Hällrich waren auch zugegen und wir bekamen unser für die Selina am Vortag gezahltes Geld zurück. Außerdem kauften wir noch eine weitere Ansichtskarte. Nebenbei erinnerten wir uns, dass wir eine Karte am Abend zuvor ohne Adresse in den Postkasten geworfen hatten. Na wenn die mal ankommt ..., also noch einmal das gleiche geschrieben und mit Adresse ...
Auf der B4 verließen wir Lüderitz, machten noch einmal ein paar Fotos von Kelmannskoppe und fuhren wieder in die Sanddünen. Bei Garub sahen wir dann doch noch ein Pferd aus vergangenen Zeiten. Bei Aus ging es dann nach Norden ins Namib Naukluft Gebirge zur Farm Namtib. Ich hatte im Internet schon so viel von dieser Farm, die sich Biosphärenreservat nannte, und die nach ökologischen Gesichtspunkten von Alt68igern geführt wurde, gehört. Als wir ankamen, waren wir zunächst enttäuscht, dass Walter und Renate Theile nicht da waren, sie waren in Lüderitz zu einer Beerdigung. Doch die nette Mitarbeiterin Anika empfang uns freundlich. Mit einem schweizer Pärchen aßen wir zu Mittag, denn hier geht es nur mit Vollpension und "Familienanschluss". Danach sind wie ein wenig durch die Hügel gelaufen um dann mit den Schweizern und Anika einen Game Drive zu machen. Die Farm ist riesig und wir fuhren über weite Wiesen, wobei das Wort am Ende der Trockenzeit eigentlich nicht passt. Viele Tiere bekamen wir nicht zu sehen, aber doch zu ersten Mal Springböcke, Oryxe und Straussenvögel. Auf dem Rückweg zur Farm, es wirde schon ziemlich kühl gegen Sonnenuntergang, stiegen wir auf ein Felsplateu, von dem wir einen phantastischen Überblick über das Gelände hatten. Hier hatte vor einiger Zeit auch BMW eine Geländewagenvorstellung inziniert. Die Farben der Steine und Felsen war einfach toll. Wir fuhren etwas unterkühlt zur Farm zurück. Hier wurden wir dann auch vom Ehepaar Theile begrüßt. Sie waren inzwischen wieder angekommen und die Art und Weise war schon sehr herzlich. Die beiden Schweizer wollten unbedingt noch auf einen Berg um den Sonnenuntergang zu photographieren. Ich schloss mich ihnen an.
Es war absolut erstaunlich wie schnell die beiden den Berg hinauf liefen. Er hatte einen riesigen Rucksack mit großer Ausrüstung auf dem Rücken, sie trug das Stativ und ihre eigene Kamera. Oben angekommen, knapp vor dem Sonnenuntergang, positionierten wir uns und warteten. Ich habe zahlreiche Fotos gemacht, ich hatte mich regelrecht von den beiden anstecken lassen. Aber ich habe vielleicht nicht nur einen der schönsten Sonenuntergänge gesehen, sondern ich habe diesen auch mit einer überdurchschnittlichen Intensität erlebt und das ging von den beiden Schweizern aus: sie konnten nicht genug kriegen. Während ich mir schon Sorgen um den Abstieg im Dunkeln machte, schraubten sie sich den nächsten Film in die Kamera und versuchten noch eine andere Blende. Aber sie kannten sich wirklich aus und es wurde ein prima Erlebnis.
Auf der Farm wird tagsüber in großen Kollektoranlagen das Wasser aufgewärmt, was aber zu Nachtzeiten wieder abühlt. Also kann man, zumindest zu dieser Jahreszeit, nur abends warm duschen. In den Zimmern gibt es kein elektrischen Licht, nur Kerzen und die eigene Taschenlampe. Aber es hat etwas ganz Besonders. Man erlebt die Natur viel intensiver. Zum Abendessen trafen wir uns mit der Familie, Anika und den Schweizern an einem großen Tisch im Esszimmer. Beleuchtet von einer 12V-Lampe, die von einer über Tag aufgeladenen Batterie betrieben wurde. Als Vorspeise gab es den landestypischen Maisbrei. Alles war sehr gut und reichlich. Dabei unterhielt man sich über das Weltgeschehen, die Geschichte der beiden Theiles und vieles anderes mehr.
Renate und Walter hatten sich beim Studium in Deutschland kennen gelernt. Er kam aus Namibia und eigentlich Schiffsbau zu studieren. Beide wurden dann aber Lehrer und arbeiteten ca. 12 Jahre in Deutschland. Aber nur um genügend Geld anzusparen, um in Namibia eine Farm aufzukaufen. Das taten sie dann auch und bewirtschaften diese nach ökologischen Grundprinzipien, deshalb nennen sie die Farm auch Biospährenreservat Namtib. Ende 2004 wollen sie aber die Abeit an andere weiter geben und mit einem Schiff, was er konzipiert hat und derzeit in Lüderitz gebaut wird, die Welt umsegeln. Es ist ein absolut beeindruckendes Paar, mit tollen Überzeugungen, aber auch absolut informiert und unteressiert. Es hat uns dort sehr, sehr gut gefallen und bereuten, dass wir nur eine Nacht Zeit hatten und morgens weiter mussten. Der Abschied war sehr herzlich und wir hoffen, bald mit mehr Zeit auf diese Farm und zu dieser Familie zurück zu kehren.
Wir haben auch viel über das Land und die Einstellung der Menschen gehört.
© NamibiaSeiten.de

Übersicht

Weiter