|
Donnerstag, der 18. September 2003
Nach dem Früstück, bei dem ich
immer noch nicht so richtig essen konnte, fuhren wir zum Fish River Canyon. Insgesamt
ist das eine Strecke von rd. 350 km und dauert etwa 2 h hin und 2 h zurück.
Dazu fahren wir von Keetmannshoop rd. 43 km auf der B4 Richtung Seeheim. Dort zweigen
wir auf die C12 ab, die dann nur noch als Schotterpiste, aber sehr gute, weiterführt.
Der Canyon ist gut ausgeschildert, so dass wir zügig ankommen.
Im Office noch eben die 60$N bezahlt und dann dürfen wir einfahren. Es gibt einen
Hauptaussichtspunkt zu dem wir dann durchfahren. Hier stehen schon einige Wagen, ein
Pärchen grillt, aber trotzdem können wir den wunderbaren Ausblick genießen.
Es ist ein Blick in die Erdgeschichte, den man überhaupt nicht auf ein Foto bändigen
kann. Mit den Augen, der Kamera und dem Fernglas, welches hier zum ersten Mal benutzen,
schau ich mir viele Facetten an. Wie sagt man so schön: das muss man gesehen haben.
Und das stimmt an dieser Stelle total. Man kann es kaum beschreiben. Von dort aus fahren
wir noch einen Aussichtspunkt weiter, an dem man eigentlich auch heruntersteigen kann,
aber das ist nur noch mit Führung erlaubt und zu unserer Jahreszeit schon gar
nicht mehr. Hier sehen wir auch "Altbekannte" Miturlauber vom Flughafen,
die Truppe von Hauser, die uns noch öfter über den Weg laufen wird.
Wir fahren ein Stück Richtung Ausgang, zweigen dann aber wieder Richtung Canyon
ab, parken den Wagen und laufen ca. 1 h am Canyon entlang. Ich direkt, Elke eher auf
dem Weg., da es doch überall sehr steinig ist. Man kann den Canyon noch von einigen
anderen Richtung sehen, der Blick bleibt aber überall überwältigend.
Vom Gelände wieder heruntergefahren, kehren wir beim Canyon Road House ein. Eine
ganz originelle Unterkunft, die überall alte und antiquierte Gegenstände
zeigt, alte Waschmaschinen, Autos, Motorräder uvam. Auch die Inneneinrichtung
erinnert ein wenig an einen Laden an der amerikanischen Route 66, mit Reifen an den
Wänden uvm.
Auf dem Rückweg fahren wir in die D545 ab Richtung Naute Staudamm. Wir hatten
noch genug Zeit um diesen Schlenker zu machen, außerdem ist es wirklich kein
Umweg, man fährt nur etwas länger auf Schotter. Und der Umweg hat sich gelohnt:
man sieht einen herrlich gelegenen Staudamm, so blau, wie an kaum einer anderen Stelle
des Landes. Der Parkplatz ist nur nach Zahlung von 13 $N zu erreichen. Zwei Farbige
geben sich richtig Mühe, denn so viel Besuch bekommen sie hier wohl nicht. Wir
gehen ein wenig am See entlang, zahlreiche Grillplätze sind zu sehen. Aber so
richtig viel los ist hier nicht. Der Staudamm versorgt die Region, insbesondere Keetmannshoop,
mit Trinkwasser, deshalb ist ein Baden oder eine weitere Freizeitnutzung wohl nicht
erlaubt. Zwischenzeitlich machen sich die Farbigen über unseren Wagen her, waschen
die Fenster, Lichter usw. Also war mal wieder ein Trinkgeld von Nöten, aber der
Wagen war auch wirklich dreckig. Gerne geben wir ein paar $, aber wir wissen manchmal
nicht wie viel eigentlich angemessen sind. Eigentlich haben wir dieses "Problem"
bis zum Ende der Reise immer wieder erlebt.
Auf dem weiteren Weg zur B 4 zurück sehen wir nicht weit einige
richtig grüne Felder; hier wird wohl künstlich bewässert und etwas Ackerbau
betrieben, wohl in Versuchsfarmen. So etwas sieht man im ganzen Land wohl nur noch
wenige Male. Wir wundern uns, dass dieser interessante und auch abkürzende Weg
nicht standardmäßig ausgewiesen ist. An der B 4 steht zwar der Naute Damm
ausgewiesen, aber nicht die Weiterfahrt zum Canyon.
Auf der B 4 angekommen übernimmt Elke bis Keetmannshoop das Steuer. In der Stadt
besuchen wir noch kurz den Friedhof, der zwar durchaus interessant ist, da man viele
sehr alte Grabstätten (Anfang des letzten Jahrhunderts) sehen kann, aber irgendwie
spürt man tatsächlich einen Verwesungsgeruch (auf Grund der trockenen Bedingungen
sicher auch nicht verwunderlich) und wir verlassen diesen Platz bald wieder.
Wieder am Hotel gehen wir los und schauen uns die Stadt an. Das Alte Postamt stammt
noch aus der Kolonialzeit und Uschis Restaurant ist wohl jünger, aber auch interessant.
Wir besuchen die Kirche, die leider geschlossen war, und sehen den Alten Bahnhof. Aber
plötzlich wird es ziemlich ruhig und die Geschäfte schließen. In Namibia
schließen die Geschäfte zumeist gegen 17.30, manche 18.00, aber das war
es dann auch. Selbst später in Windhoek ist das nicht anders. Danach sind alle
Städte ziemlich verlassen und ausgestorben. Bummeln braucht man da nicht mehr.
Wir essen wieder im Restaurant. Die (wahrscheinliche) Besitzerin erkundigt sich nach
unserem Tagesverlauf. Sehr nett, auch wenn wir uns in Englisch nicht sehr ausführlich
äußern können. Aber schon ihr Interesse verursacht ein Gefühl,
dass sie sich um die Gäste kümmern will.
Insgesamt kann man dieses Hotel guten Gewissens weiterempfehlen. Es hat keine vier
Sterne, aber es ist gemütlich, sauber und alle sind sehr nett. Prima Essen und
gute Lage, sicheres Parken und ordentliche Zimmer, was will man mehr.
© NamibiaSeiten.de
|