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Mittwoch, der 17. September 2003
Nach dem Frühstück machten
wir uns gegen 9 Uhr auf den Weg nach Keetmannshoop, ausgestattet mit den besten Wünschen
der weiteren Gäste, die nun auch nicht mehr ganz so glücklich über den
einwöchigen Aufenthalt in dieser recht abgelegenen Lodge waren, und das ohne Auto.
Die B1 ist asphaltiert und deshalb gestaltet sich die Fahrerei nicht sehr schwierig.
Insgesamt liegen rd. 470 km vor uns. In Mariental machen wir kurz halt um uns das Städtchen anzugucken. Es ist eine
typische Straßensiedlung, d.h. alles verläuft entlang einer Hauptstraße
und von ihr zweigen dann einige wenige kleiner Wohnstraßen ab. Besonders hübsch
ist Mariental nicht, aber es war für uns der erste "Ausflug" in das
einheimische Leben. An vielen Stellen stehen die zumeist farbigen Menschen und beobachten
uns, aber es ist nicht unangenehm. Nach ca. 15 min fahren wir weiter.
Um 14.30 Uhr kommen wir dann in Keetmannshoop an,
suchen und finden schnell das Hotel.: das Bird's Mansions Hotel. Eine schöne Anlage,
die zwar zur Straße hin nach "nichts" aussieht. Drinnen finden sich
um ein Atrium die Zimmer und das Restaurant, in dem wir auch die nächsten beiden
Abend essen werden, da es mit weiteren Restaurants in diesem doch nicht sehr große
Örtchen recht schwierig ist. Die Zimmer sind einfach und o.k. Der Fernseher zeigt
einheimische Programme, aber wir gucken eh nicht. Ein Kühlschrank ist da, aber
nicht angeschlossen. Brauchen wir aber auch nicht. Ungewohnt ist die Abtrennung zum
Badezimmer lediglich durch einen Vorhang. Wir haben eine Funkfernbedienung für
den hinteren Eingang bekommen und können mit unserem Wagen recht komfortabel und
sicher im Hof parken.
Dann tanken wir noch eben und fahren Richtung Gariganus Lodge um hier den Giant's Playground
und den Köcherbaumwald
zu besuchen. Wir hatten das so geplant um passend zum Sonnenuntergang
im Köcherbaumwald zu sein.
Wir fahren die B 1 etwa 1 km zurück
Richtung Mariental und zweigen nach rechts ab. Ob die Straße nun 29 oder C 17
benannt ist (wie in unterschiedlichen Reiseinformationen wiedergegeben) lässt
sich nicht mehr sagen. Auf jeden Fall geht es nach 1 km links auf die C 17 ab. Nach
11 km kamen wir zur Gariganus-Lodge, die auf der linken Straßenseite liegt. Am
Eingang kauften wir die Eintrittskarten (2 Personen incl. Wagen 40$N). Man sagte uns,
dass um 17 Uhr eine Gepardenfütterung auf der Farm wäre. Also wollten wir
vorher zum Giant's Playground. Dazu fährt man wieder auf die C 17 zurück
und fährt ca. 2 km weiter. Unter etwas Zeitdruck durchstreiften wir dieses unwirkliche
Gelände. Oft hat man das Gefühl als hätte der Mensch bei der Gestaltung
der aufgetürmten Steine und Felsen doch ein wenig nachgeholfen. Aber man weis
es nicht! Jedenfalls gefällt uns das Gelände sehr und die langsam wärmer
werdende Abendsonne unterstreicht den Reiz weiter.
Um 17 Uhr sind wir wieder an der Farm. Die anderen Zuschauer sind schon im Gehege und
wir gehen durch ein Tor auch hinein. Da stehen sie nun alle um einen Geparden herum,
der auf einer kleinen Holzhütte liegt und sich ein großes
Stück Fleisch schmecken lässt. Eine Frau in bunter Bluse steht daneben und
streichelt das Tier ein wenig. Es muss die Besitzerin der Anlage sein, denn sie erklärt
auch das weitere Vorgehen. Wir alle gehen zur nächsten Tür, hinter der zwei
weitere Katzen sind. In dem Moment wo sie die Tür öffnet drängeln die
Tiere an die Tür und öffnen sie ein wenig. Ich dachte, sie stürzen sich
nun auf uns. Aber als sie in dem mitgeführten Trog ihre Fleischportionen ergattern
konnten, waren sie zufrieden und legten sich zum Fressen einfach in die Sonne. Alles
konnte wieder um sie herumlaufen, streicheln und Späße machen. Na ja. Auch
wir machten unsere "Nahaufnahmen".
Danach fuhren wir einige Hundertmeter weiter auf das Farmgelände und kamen zu
Köcherbaumwald. Auf dem Zeltplatz campierten schon ein paar Gäste. Wir parkten
das Auto und gingen los. Aber wir waren nicht alleine. Eine größere Anzahl
war auch unterwegs und man hatte das Gefühl, als müsste man sich baldigst
einen Baum aussuchen, um den Sonnenuntergang fotografieren zu können. Wer zu spät
kommt, der kriegt dann keinen mehr ab und muss Bäume fotografieren, vor denen
überall Menschen stehen. Aber so schlimm war es dann doch nicht; alles verläuft
sich auf dem Gelände doch sehr.
Die Bäume sind sehr beeindruckend und es ist wirklich so, dass in dem untergehenden
Sonnenlicht alles noch schöner erscheint. Leider wurde es recht schnell ziemlich
kalt, so dass wir ein wenig den wirklichen Untergang auf dem Weg zurück zum Wagen
verpassten. Aber wir konnten schöne Bilder machen und besonders ich fand den Kontrast
insbesondere zum blauen Himmel phantastisch. Der Köcherbaumwald ist ein National
Monument und es lohnt sich wirklich. Die Bäume haben wir später öfter
gesehen, aber nie in dieser Größe und Dichte und schon gar nicht so bewusst
in diesem besonderen Licht des Sonnenuntergangs.
Zurück geht es ins Hotel und wir essen im hoteleigenen Restaurant. Hat alles prima
geschmeckt. Nachts machte eine wohl südafrikanische männliche Reisegruppe
immer wieder mal etwas Lärm, aber wir konnten ganz gut schlafen.
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