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Montag/Dienstag, 15./16.
September 2003
Meine Schwester bringt uns nachmittags gegen 14 Uhr nach Neubeckum zum Bahnhof. Hier
fahren wir mit dem Regionalexpress um 14.29 Uhr nach Düsseldorf. Ankunft ist um
15.56 Uhr. Nachdem wir schon im Bahnhof bei LTU unsere Koffer aufgeben konnten, fahren
wir mit
dem Shuttle-Bus zum Abflugterminal, da der neue Sky Train gerade einmal nicht funktioniert.
Der Abflug war erst 19.15 und so hatten wir genug Zeit uns den Flughafen in Ruhe anzuschauen.
Am Tag vorher war noch wegen eines Bombenalarms die "Hölle" los gewesen.
An diesem Montag war es sehr ruhig. Um 20.30 Uhr kamen wir nach rd. 55 min Flugzeit
dann in München an. Eigentlich hatte Eddi gesimst, dass sie uns zuwinken wolle.
Aber wir kamen ja gar nicht aus dem Abflugbereich heraus. Wir tranken ein Weizenbier
und um 20.30 Uhr ging es dann weiter.
Ich hatte Tage vorher mit einigem Aufwand aber mit Erfolg zwei Plätze im Notausgangsbereich
(auch für den Rückflug) reservieren können, was sich in dieser Nacht
auch auszahlte; konnte ich doch meine Beine lang ausstrecken, was zum Schlafen unausweichlich
war. Dafür hatten wir aber die Toiletten und die Küche in unmittelbarer Nähe,
was wiederum am Schlafen hintere. Also konkret: vielleicht haben wir jeweils ½
Stunde richtig geschlafen, ansonsten etwas gedöst.
16.September 2003
Gegen 7.30 Uhr landen wir in Windhoek. Der Flug war zwar recht lang aber sehr ruhig.
Alles in allem sehr angenehm. Irgendwie war im Flugzeug immer etwas los was einen ablenkte.
Es regnete!!! Volles Rohr!!! Wir mussten durch den Regen vom Flugzeug in die Ankunftshalle.
Alles waren ziemlich perplex. Da hatten wir genau den Ankunftstag ausgesucht an dem
es seit einigen Wochen in Windhoek mal wieder regnete. Na ja!
In der Halle musste man sich richtig einreihen: ob man nun Tourist (Besucher) war oder
Einheimischer oder Diplomat. Es war ganz verwunderlich, dass doch sehr viele Einheimische
aber auch Leute mit Diplomatenstatus an Bord waren. Konnte man denen ja nicht ansehen.
Alles klappte prima und wir waren endlich offiziell auf namibischem Boden.
Als wir in der Empfangshalle ankamen standen dort zahlreiche Menschen mit Pappkartons
oder Blättern: darauf waren Autoverleihfirmen und Namen geschrieben.
Bei dem Mann mit Safe!Cars hielten wir an, da er auf dem Schild den Namen Brunner stehen
hatte und meine Freundin ja Brunnert hieß. Kurz abgesprochen, dann stand fest:
Schreibfehler - wir waren beim richtigen Verleiher. Er wollte nur noch auf zwei weitere
Paare warten und dann mit uns zu Station fahren. In der Zwischenzeit nutzte ich die
Gelegenheit Geld zu wechseln: aus 300 Euro wurden rd. 2300 N$. Nach rund 1,5 Stunden
Wartezeit meldeten sich plötzlich Leute bei "unserem" Verleiher, die
Brunner hießen. Wir hatten uns den "Falschen" herausgesucht. Nach einigen
hin und her stelle sich heraus, dass wir beim Stand von Budget (der eine feste Niederlassung
im Flughafen hatte) sofort hätten melden sollen. Die Fomalitäten dauerten
einige Minuten und wir hatten den Schlüssel für unseren Toyota Hilux in den
Händen. Dieser wiederum stand nur einige wenige Hundertmeter vor dem Flughafen.
Die Einweisung war kurz und schmerzlos und in Englisch, aber irgendwie reichte es trotzdem.
Der zweite Ersatzreifen war zwar da und mit ihm auch der Wagenheber aber Weiteres Werkzeug,
eine Luftpumpe oder ein Notfallkoffer waren nicht da. Ein Kühlschrank auch nicht,
aber der war ja auch nicht ausdrücklich gebucht.
Ich kam ganz gut mit dem Wagen und dem Fahren auf der "falschen" Seite zurecht.
Obwohl ich noch keine Geschwindigkeitsrekorde brechen wollte.
Ca. 15 km vor Windhoek kam dann eine Straßensperre. Diese Sperren um Windhoek
wurden errichtet, um die Straßen sicherer zu machen und um zum Beispiel fahruntüchtige
und überladene Fahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen. Unter Umständen muss
man hier seinen Pass und Führerschein vorzeigen. Ich hatte beides parat, aber
so richtig wollte das wohl keiner sehen und wir wurden durchgewunken.
In Windhoek angekommen wollten wir kurz etwas einkaufen und fuhren im Zentrum auf einen
Parkplatz, nahe eines Einkaufszentrums. Es kam ein Junge auf mich zu und fragte, ob
er den Wagen "checken" solle. Ich versuchte ihm zu erklären, dass der
Wagen noch ganz jung vom Verleiher sei und das wohl alles o.k. sei. Ein "Check"
sei unbegründet. Er ging, oder wir gingen.
Dann erinnerte ich mich an die Hinweise im Reiseführer: er wollte meinen Wagen
nicht checken sondern beaufsichtigen, und das kostet. Also ging ich zurück und
fragte was das kosten soll: 10 N$. Ich dividierte das durch den Faktor 8 und kam auf
gut 1,20 Euro. Und das für eine Stunde: o.k. Ich gab ihm das Geld.
Erst später, auch durch den Reiseführer und durch Elke und durch die Verhältnisse
in Swakopmund, checkte ich die Situation: er hatte locker das 4fache von dem genommen,
was zumindest woanders üblich ist. Er hat die Situation ausgenutzt, er wusste,
dass wir gerade neu angekommen waren. Na ja!
Der Einkauf war recht unproblematisch: einige Liter Wasser, einige Kekse und Biltong,
das Trockenfleisch (ich wollte das unbedingt probieren). Alles wurde in Tüten
eingepackt und wir brachten die zum Auto. Der Versuch von Elke Geld abzuheben scheiterte
an den zahlreichen Menschen am Automaten und der geschlossenen Bank.
An einer deutschsprachigen Bäckerei kauften wir uns Kuchen und Brot und machten
uns auf den Weg zur Auas Game Lodge, die rd. 40 km außerhalb in Richtung Süden
liegt.
Man fährt die B1 22 km südlich Richtung Rehoboth. Dann biegt man links auf
die Schotterstraße 1463. Nach weiteren 22 km kommt rechts die Auas Game Lodge.
Während der ganzen Zeit hat es immer wieder geregnet, was bei uns schon ein wenig
Frust auslöste. Der Himmel war grau, das helle, sonnige und himmelblaue Afrika
war das noch nicht. Auch war es ganz schön frisch. Die Landschaft, die hier noch
recht gebirgig war, machte einen interessanten Eindruck, war wenig bewachsen. Aber
bei dem Wetter machte auch diese keinen großen Spass.
Die Schotterpiste zur Lodge war die erste, die ich nun in Namibia gefahren bin. Alles
noch sehr neu und deshalb vorsichtig gefahren. Elkes erste Fahrversuche endeten an
einem kleinen Hügel; sie hatte sich verschaltet. Zwar war die Piste noch nicht
die große Herausforderung aber wir waren doch froh und stolz die Lodge zu erreichen:
immerhin waren wir rd. 8000 km von zu Hause, in einem fremden Land, bei Linksverkehr
...
Eigentlich wollten wir nachmittags einen Game Drive über die Lodge machen und
erste Tiere anschauen. So war das geplant, deshalb war die Lodge ja auch recht nah
an unserem Ankunftsort gewählt um noch Zeit zu haben. Aber das Wetter machte uns
einen Strich durch die Rechnung. Regen und Kälte ist nicht für eine Fahrt
im offenen Geländewagen über die Farm. So spazierten wir nur leicht um die
Lodge ohne wirklich viel zu sehen. Dann kam der große Regen und es wurde dunkel.
Also zurück zu unserem Bungalow und frisch gemacht für unser erstes Abendessen
in Namibia.
Im Essensraum war schon eine größere Gruppe versammelt, die nach 2 Wochen
Rundreise mit Neckermann noch eine Woche auf dieser Lodge ausspannen wollten. Eine
Familie kam aus Dorsten, ein anderer Mann aus Berlin. Das Essen war sehr gut und wurde
von Farbigen serviert, was ja nun immer so ist, wir aber zu dem Zeitpunkt noch nicht
wussten.
Die weiteren Gäste waren sehr gesprächig und erzählten uns einiges.
Sie hatten ja nun auch schon alles gesehen und wollten diese Informationen natürlich
an solche Neueinsteiger wie wir es waren weitergeben. Ist ja auch in Ordnung, war ja
auch interessant.
Nach dem Abendessen trafen wir uns noch mit einigen von ihnen an der Bar, der Verwalter
kam auch dazu. Man erzählte sich einiges schon Gesehenes, diskutierte aber auch
über die Problematik der Farbigen, der Einheimischen und der Touristen.
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